Fit im Kopf – Training fürs Gehirn

Mehr Konzentration, weniger Vergesslichkeit – auch fürs Alter

Keine Ahnung, wie oft ich in den letzten Tagen – gerade in der vergangenen Woche – zu meinen Kollegen gesagt habe: „Sorry, offenbar schmelzen meine Gehirnzellen gerade!“ Es war ja nun auch wirklich warm… und ich hatte das Gefühl, nicht immer funktioniert „da oben“ alles so tiptop, wie ich es von mir selbst gewohnt bin. Das ein oder andere Mal habe ich deshalb verlangsamt reagiert… oder den Faden verloren. Meine Entschuldigung: Die Hitze. Und das stimmt tatsächlich: Der Stern berichtete schon im vergangenen Jahr von einer Studie an Studenten, die belegt hat, dass unsere kognitive Leistung bei Hitze abnimmt.

Nun ist es sicher ok, das auch ein paar Tage lag hinzunehmen und sich den Büroalltag mit einem Eiskaffee zu versüßen… und zuhause mit den Pflichten nach dem Job auch n bisschen langsamer zu machen als üblich. Trotzdem habe ich mich gefragt: Was können wir eigentlich für die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns im Allgemeinen so tun… auf lange Sicht? Gehirnjogging für den Alltag… und fürs Alter – das hat mich interessiert.

Gehirnjogging soll uns vor allzu viel Vergesslichkeit im Alter bewahren. Wie ein Muskel lässt sich unser Gehirn trainieren, Stück für Stück. Ein paar Minuten am Tag mit besonderen Aufgaben reichen da schon aus. Das Ergebnis: Wir können uns besser konzentrieren, vergessen weniger und geraten so weniger in Stress. Das klingt doch nach nem Plan, oder? Dabei ist es wichtig, sich nicht unter Druck zu setzen, wenn eine Aufgabe mal nicht so prima gelingt. Allein der Versuch hält das Gehirn schon auf Trab… und genau das ist es ja, was wir erreichen wollen.

Folgendes könnt Ihr zum Beispiel als Gedächtnis- und Konzentrationstraining machen:

1. Klassische Rätsel lösen – sowas wie Sudoku oder andere Logik-Rätsel

2. Kopfrechnen – ein Beispiel: Eine Uhr mit Ziffernblatt hat mindestens zwei Zeiger – der kleine ist der Stundenzeiger, der große der Minutenzeiger. Der große Zeiger bewegt sich natürlich schneller als der kleine, und wir gehen davon aus, dass die Uhr richtig geht. Wie oft wird der kleine Zeiger zwischen 12 Uhr mittags und 12 Uhr nachts vom großen Zeiger überholt?

3. Sprachliche Kreativität: Einfach eine Geschichte entwerfen. Du entscheidest, wie lang sie werden soll… aber hier sind Deine Zutaten – Nutze also diese Worte:

Auto – essen – Chinese – Skifahren – See – Blume – Lupe – Flugzeug – Eiskasten – Waschmaschine – Kurve – Biene – Gitarre – Erdöl – Salat

4. Lies und merke! Lass einen Kollegen eine Liste mit 15 Begriffen anfertigen. Diese händigt er Dir aus. Du liest die Begriffe aufmerksam, gibst die Liste wieder ab und versuchst, so viele wie möglich im Anschluss wieder aufzuschreiben. Dann natürlich mal abgleichen… wie viele hast Du geschafft?

Schwieriger wird es für viele übrigens, wenn sie die Liste nicht selbst lesen dürfen, sondern wenn der Kollege sie nur vorliest. Probier Dein Glück!

5. Buchstaben zählen: Nimm Dir eine Tageszeitung, ein Magazin oder einen unserer Blogartikel. Zähle zum Beispiel alle „a“ in dem Text. Wenn Du den Text ausgedruckt hast, kannst Du zum Beispiel einen Stift zur Hilfe nehmen und markieren. Nach einer Weile sollte es aber auch ohne Hilfe klappen. Das kannst Du noch steigern… und zum Beispiel mehrere Buchstaben zählen.

6. Noch ein Zähl-Beispiel: Zählt Eure Schritte, zum Beispiel beim Spaziergang, Nachhause-Weg oder gar beim Joggen. Falls Ihr Euch verzählt (und das passiert schon mal, wenn Ihr Eure Gedanken schweifen lasst), dann fangt Ihr wieder von vorne an. Klappt das gut, könnt Ihr Schwierigkeitsstufe 2 anpeilen: Jeden zweiten oder jeden dritten Schritt zählen. Da bekommt das Wort Gehirnjogging eine ganz andere Bedeutung 😉

7. Spielt mal wieder Memory – yeah!

8. Spiegelverkehrt schreiben – meeeeega schwierig! 🙂

9. Eine zeitlang nichts sagen, nichts machen. Atmet einfach nur und tsarrt dabei auf einen Punkt an der Wand. Ihr könnt auch ein Bild an der Wand fixieren. Dabei versucht Ihr, möglichst an gar nichts zu denken. Der Effekt ist derselbe wie beim Meditieren: Du wirst Dich sofort besser konzentrieren können.

10. Jetzt anfangen. Hähä!!! Hier eine Übung für genau JETZT. Hier sind Geschenke im Wirrwarr verpackt, die man real nicht in eine Schachtel stecken kann… Bringe die Buchstaben in die richtige Reihenfolge und entschlüssele so die Präsente. 🙂
1. EZIT

2. LEBIE

3. LEDGUD

4. ERFUDE

5. ETOLZANR

6. ACNGHTU

7. IFREDNE

8. RVETRUANE

9. SERVDTNÄISN

10. UFRENSCHDFAT

11. ÄLICHZRTKIET

12. ANDKKEBARIT

Hier könnt Ihr noch mehr zum Thema lesen… und auch direkt Übungen am Bildschirm machen:

https://www.gingium.de/gedaechtnisleistung/gehirnjogging/

https://www.unvergesslich.de/blog/detail/gehirnjogging-10-gedaechtnisuebungen-die-dein-gehirn-fit-machen/

https://www.apotheken-umschau.de/Gehirnjogging

https://www.zeitblueten.com/news/konzentrationsuebungen-die-top-10/

Manches davon könnt Ihr auch zusammen mit Kollegen machen, mal kurz als winzige Auszeit auf der Arbeit. Oder Ihr spielt zusammen mit Freunden oder der Familie.

Ich selbst habe mal mit dem Schritte-Zählen begonnen… erstaunlich, wie oft die Gedanken doch so abwandern. Aber ich bleibe am Ball… Ihr auch?

Viel Spaß beim Ausprobieren! Und eine schöne Woche!

Eure Janine