„Hallo wach!“ – Die Macht der Morgenrituale

Was macht Ihr, wenn der Wecker klingelt? Zum einen gibt es die Snoozer unter uns. Nochmal auf den Wecker drücken, und nochmal…. zzzzzzzz….Die anderen springen vom Bett direkt auf ins Bad. Wieder andere haben eine feste Übung zum Dehnen und Strecken, um morgens entspannt loszulegen. Und dann ist da noch der Lieblings-Song, der uns vielleicht unter der Dusche begleitet.

Aber nicht nur das „Was“ macht ein Morgenritual aus, sondern das „Wie“. Ich zum Beispiel dachte, ich habe gar kein richtiges Morgenritual, als ich angefangen habe, über das Thema nachzudenken. Aber doch: es gibt bei mir bestimmte Reihenfolgen, die ich mag und die ich irgendwie brauche. Zum Beispiel führt mich der erste Weg vom Bett ins Bad. Ich möchte nicht sofort frühstücken. Also erstmal duschen (ich bin unbedingt ein Morgenduscher!), anziehen, Zähne putzen, kämmen, Make-Up, Schmuck. Erst wenn das alles fertig ist, bin ich bereit für den Frühstückstisch. Ich trinke meistens Kaffee, obwohl ich auch andere Getränke mag, aber Kaffee ist für mich der Inbegriff des Morgenstarts. Wichtig dabei: Ein Kaffee ohne Milchschaum ist nur die Hälfte wert. Gibt es keinen Schaum, finde ich das ganze Frühstück doof.

Und auch wenn das keine wahnsinnigen Außergewöhnlichkeiten sind, sind es Rituale: Abläufe, die sich eingespielt haben, Vorlieben zu bestimmten Reihenfolgen. Und ich mag es überhaupt nicht, wenn mein Freund und ich uns morgens anders organisieren müssen – etwa weil das Kind früh zum Arzt muss oder er statt mir das Auto braucht oder früher arbeiten muss und zuerst das Bad belegt (sodass ich doch erst frühstücken muss) und so weiter.

Warum sich Abläufe nach und nach einpendeln und wir Wert auf deren Einhaltung legen, liegt für Psychologen klar auf der Hand: „Das menschliche Gehirn ist immer auf der Suche nach einer Struktur“, erklärt Peter Groß, Psychotherapeut aus Köln auf focus.de. Fehle diese Struktur, werden Menschen unsicher oder gar unzufrieden. Die nicht gelieferte Zeitung oder das leere Glas Lieblingsmarmelade machen manche also mürbe. Der Aspekt der Sicherheit ist also ein ganz wichtiger: Morgenrituale machen uns, unser Umfeld und den Start in den Tag einschätzbar. Auch für Kinder sind Rituale wichtig. Die Vorhersehbarkeit eines bestimmten Ablaufs sorgt für Geborgenheit und Verlässlichkeit. Das sind Grundpfeiler für Vertrauen. Wir Erwachsenen können durch Rituale auf Autopilot schalten, dabei entspannen und wissen, „wo der Hase lang läuft.“ Stört jemand diese Ruhe, kommen wir aus dem Gleichgewicht. Nachvollziehbar, oder? Denn mal ehrlich, so ganz vernünftig nachgedacht: Was macht es schon, wenn man mal nicht zuerst duschen gehen kann? Nichts. Eigentlich. Aber eben nur eigentlich. Mich bringt es irgendwie aus dem Tritt und das geht wohl vielen anderen auch so.

Meine Rituale sind wie gesagt simple Klassiker in Sachen „Wie läuft mein Tag ab“. Es gibt aber auch Morgenrituale, die mehr können. Wir von aktiVital sind Experten in Sachen Achtsamkeit und Stressmanagement. Deshalb haben wir Rituale für Euch zusammen gestellt, deren Existenz nicht nur für Struktur sorgt. Sondern: Das Ritual selbst macht Euch den Morgen schöner und versüßt Euch den Tag.

7 Ideen auf einen Streich:

  1. Positives Denken: Statt mit „Och neee, schon aufstehen?“ los zu meckern, fördert doch einfach mal gute Gedanken. Formuliert etwas Schönes, jeden Tag, zum Beispiel: „Heute freue ich mich auf…“ oder „Heute möchte ich auf der Arbeit … erreichen!“
  2. Eine weitere Übung ist Dankbarkeit. Im Sinne von Achtsamkeit und Motivation wäre es toll, nicht auf dem herum zu denken, was uns beim Wecker-Klingeln schon nervt, sondern sich bewusst auf die guten Dinge im Leben zu konzentrieren. Schreibt jeden Morgen einfach drei Dinge auf, für die Ihr dankbar seid. Das ist wie ein Mini-Tagebuch und sicher für später auch spannend zu lesen.
  3. Tut Eurem Körper etwas Gutes. Erfühlt ihn erstmal – das heißt: Beine aus dem Bett schwingen, Fußsohlen bewusst aufsetzen, aufstehen und die Bodenhaftung merken. Strecken, dehnen, tief ein und ausatmen. Das kann nur ein, zwei Minuten dauern – es sind aber Eure ganz alleinigen ein, zwei Minuten, bevor der Tag so richtig losgeht.
  4. Trinkt direkt nach dem Aufstehen ein Glas stilles Wasser. Wenn es lauwarm ist, umso besser. Das hilft unserem Kreislauf, auf Touren zu kommen, und tut auch der Magen-Darm-Gegend gut.
  5. Mögt Ihr es mit Power? Dann schafft Ihr es vielleicht, um den Block (oder auch noch weiter) zu joggen. Jeden Tag. Eure „Auszeit“ vor der Arbeitszeit. Nehmen wir es uns für danach vor, fällt es ja doch oft der Erschöpfung zum Opfer. Es muss ja auch nicht gleich die ganze Joggingrunde sein. Eine Runde Trampolin hüpfen zum Liebingssong ist eine mögliche Alternative. 😉
  6. Nehmt Euch ausreichend Zeit fürs Frühstück. Esst, was Ihr wirklich gerne mögt, was Euch glücklich macht. Setzt Euch, genießt Euer Müsli, das Käsebrötchen oder den Obstsalat. Nicht im Stehen schlingen.
  7. „Wünsch Dir was!“ – Das könnt Ihr gut bei Eurem Genießer-Frühstück zelebrieren. Dabei könnt Ihr wählen: Soll es etwas realistisches sein, wie zum Beispiel: „Ich möchte die Präsentation morgen selbstbewusst und gut halten!“ oder wollt Ihr herumspinnen und Euch etwas besonders Schönes ausmalen, z.B. „Mein Haus in der Karibik hätte zu jeder Seite eine Terrasse und einen grandiosen Blick aufs Meer!“

Wenn Ihr Eure Wünsche notiert, könnt Ihr beobachten, was immer wieder auftaucht und vielleicht eine Strategie dafür entwickeln, wie Ihr Euren Wunsch wahr machen könnt. (Und wenn es schon nicht das Haus in der Karibik ist, findet Ihr vielleicht eine gute Möglichkeit, auf einen Urlaub dort hinzusparen).

Rituale helfen uns, bei uns zu sein, zu uns zu finden, zu spüren, was uns gut tut, bewusst mit uns zu sein. Wie gesagt, mit Achtsamkeit kennen wir uns aus. Stöbert dazu gerne mal auf unserer Homepage: http://www.aktivital.org.

Ich wünsche Euch einen guten Start in den Tag – jeden Tag.

Eure Janine