Demografischer Wandel TEIL 2 — Einfach mal VONEINANDER LERNEN und MITEINANDER SEIN?!

Den Begriff „Demografischer Wandel“ wurde bereits im Beitrag der Vorwoche erläutert. Hier ging es außerdem um die Aufteilung der Jahrgänge in die unterschiedlichen Generationen und deren Werte, Ziele, etc. Wer nochmal nachlesen will, einfach auf das folgende Bild klicken:

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Aber was lernen wir nun aus all diesen Einteilungen, Definitionen und wie setzen wir dieses Wissen nun in die Praxis um? Genau darum soll es hier und auch im zweiten Teil der Reihe „Demografischer Wandel“ gehen.

Aber vorab schauen wir einmal auf die derzeitige Situation. Wie ist im Jahr 2019 die Verteilung der Generationen im Arbeitsumfeld der Deutschen?

Dazu gibt es im Internet jede Menge Studien, Statistiken und Aufzählungen, die darüber informieren. Ich habe mich für die Seite des „Statistischen Bundesamtes“ entschieden. Hier findet man jede Menge Zahlen und Daten, um die Thematik des Demografischen Wandels verstehen und auch genauer unter die Lupe nehmen zu können.

Daher möchte ich an dieser Stelle einen Blick auf die Altersstruktur Deutschlands richten. Im Vergleich die Jahre 2017 und (geschätzt) 2060:

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Im markierten Bereich könnt Ihr die Anzahl der 20-60jährigen gut im Vergleich sehen. Also genau diejenigen, die auf dem Arbeitsmarkt unterwegs sind – ein eindeutiger Rückgang und damit auch eine Erläuterung zum sogenannten „Fachkräftemangel“.

Der Fachkräftemangel nagt schon jetzt an einigen Unternehmen, die keine geeigneten, bzw. qualifizierten Mitarbeitenden finden können. In einigen Jahren wird dies noch deutlicher zu spüren sein.

Aber was ist mit dem JETZT – der Gegenwart?!

Auch jetzt kann und SOLLTE bereits mit dem Wissen dieser Zahlen gearbeitet und Strukturen, Maßnahmen und Abläufe diesem angepasst und optimiert werden.

Die Darstellung des Jahres 2017 zeigt es ganz deutlich. Mitarbeitende zischen 50 und 60 Jahren liegen zahlentechnisch an der Spitze. Allerdings sind das genau diejenigen, die dem Thema Modernisierung und Digitalisierung eher skeptisch und auch unwissend entgegenstehen. Mit diesen Thematiken vertraut, weil sie damit aufgewachsen sind, sind die jüngeren Generationen.

Was also tun? Ganz einfach! VONEINANDER LERNEN!

Die „Jungen“ punkten mit aktuellem Fachwissen und frischen Ideen. Ältere Kollegen und Kolleginnen haben dagegen die Erfahrungen, um Projekte umsichtig planen zu können. Arbeiten also Jung und Alt im Team zusammen, ergänzen sich (im Idealfall) ihre Fähigkeiten. Die Folge sind oft bessere Ergebnisse, als wenn das gesamte Team im gleichen Alter ist. Viele Unternehmen haben das bereits begriffen und arbeiten erfolgreich „GENERATIONENÜBERGREIFEND“ und GEMEINSAM in gemischten Teams, um VONEINANDER zu lernen. Doch wie man sich denken kann, ist die Zusammenarbeit zwischen den Generationen nicht immer leicht.

Teamarbeit: Unterschiedliche Perspektiven machen kreativ

«Je kreativer und innovativer ein Arbeitsbereich ist, desto sinnvoller und auch effektiver sind heterogene Teams», sagt Amina Özelsel, Arbeitspsychologin in Hamburg. Unterscheiden sich Mitarbeiter hinsichtlich ihres Alters, ihres Geschlechts und ihrer Kultur, bringe das in ein Team verschiedene Perspektiven, Erfahrungen und Qualifikationen.

Teams mit gemischtem Alter sind innovativer

Das hat auch das Hightech-Unternehmen Microtec aus Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz erkannt. Die Geschäftsführung setzte nach der Gründung 1996 zunächst auf Teams mit homogener Altersstruktur- die meisten Mitarbeiter waren zwischen 25 und 40 Jahre alt. Doch schnell stellte die Firma ganz gezielt ältere Ingenieure und Meister ein. Die altersgemischten Teams entpuppten sich als innovativer. Das brachte nicht nur wirtschaftlichen Erfolg: 2012 zeichnete die Antidiskriminierungsstelle des Bundes das Unternehmen mit dem ersten Platz des Wettbewerbs «Erfolg kennt kein Alter» aus.

Nachteile von altersgemischten Teams

Allerdings bergen altersgemischte Teams auch ein enormes Reibungspotenzial, warnt Svenja Hofert, Karriereberaterin in Hamburg. Zu Themen wie Arbeitsstil, Umgangsformen oder Hierarchie gibt es in den Generationen oft ganz unterschiedliche Ansichten. Während viele Jüngere zum Beispiel einen eher informellen Ton pflegen, sind Ältere es häufig förmlicher gewohnt.

Probleme innerhalb der altersgemischten Teams

«Natürlich besteht die Gefahr, dass sich die älteren Mitarbeiter von den jüngeren an die Seite gedrängt fühlen», sagt Theo Bergauer, Karrierecoach aus Waldsassen in Bayern. Gleichzeitig hätten Jüngere schnell den Eindruck, dass sie von den Älteren ausgebremst werden. Dagegen helfe nur, dass jeder sein Verhalten kritisch selbst hinterfragt.

Junge und Alte profitieren voneinander

Bergauer rät erfahrenen Mitarbeitern, sich nicht auf den schon verdienten Lorbeeren auszuruhen. Für sie seien die frischen Ideen der Jungen häufig einfach unbequem. «Da muss man sich schon aus seiner Komfortzone, in der man sich möglicherweise jahrzehntelang eingerichtet hat, herausbewegen», so Bergauer. Ältere Arbeitnehmer sollten sich fragen, was sie noch erreichen wollen und wie sie ihre Qualitäten einbringen können.

Hierarchien sind für Jüngere oft ein Problem

Ein Problem sind für viele Jüngere die hierarchischen Strukturen in Unternehmen, sagt Hofert. «Da sitzen oft eingefleischte Alpha-Tierchen, die sich nicht gerne etwas von jüngeren Kollegen sagen lassen», sagt sie. Wenn seit 30 Jahren die Platzhirsche in einem Team sitzen, komme ein junger Kollege mit neuen Ideen häufig nicht weiter. Im schlimmsten Fall helfe da nur, das Team zu wechseln, lautet ihr Rat.

Teamarbeit: Hilfe für ältere Kollegen

«Nassforsch darf man als junger Kollege natürlich nicht auftreten», sagt Bergauer. Dennoch empfiehlt der Experte jüngeren Kollegen, durchaus bestimmt zu sein. Wenn ein älterer Mitarbeiter sich etwa weigert, ein neues Computerprogramm zu lernen und den Jüngeren um Hilfe bitte, helfe nur eine freundliche, aber entschiedene Reaktion. In so einem Fall sei es gut, die Arbeit einmal oder zweimal zu erklären- und dann den Älteren sich selbst zu überlassen.

Altersgemischten Teams: Grüppchenbildung vermeiden

Arbeitspsychologin Özelsel sieht in altersgemischten Teams die Gefahr der Grüppchen-Bildung: «Schnell tun sich da jeweils die Jüngeren und die Älteren zusammen», weiß sie. Das kann zwar schlecht für das Arbeitsklima sein, muss es aber nicht. Denn ob die Zusammenarbeit gelingt, hängt vor allem davon ab, wie viel Toleranz und Wertschätzung die Kollegen einander entgegenbringen: «Dafür muss man die Perspektive des anderen als wertvoll ansehen und nicht als altmodisch oder eben zu modern abtun», sagt Hofert. Um so eine Haltung sollte sich jeder Kollege bemühen.

Teamarbeit: Chef darf keine Unterschiede machen

Dabei ist der Chef gefragt, so Hofert. Ob ein Klima der Toleranz herrscht, hängt auch davon ab, ob er die Mitarbeiter unterschiedlichen Alters gleich behandelt. Damit kein Neid entsteht, sollte er Angebote wie Weiterbildungen Mitarbeitern aller Altersgruppen gleichermaßen anbieten. «Im Idealfall lernt Jung von Alt und Alt von Jung, ohne die eigene Perspektive als die einzig richtige anzusehen», sagt Bergauer. Einfach sei das nicht, aber notwendig, damit Firmen auf innovative Ideen kommen.

 


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Ich wünsche Euch einen schönen Wochenstart,

Eure Danii