Demografischer Wandel Teil 1: Generationen-Wirrwarr

Habt Ihr schon einmal von der sogenannten „Generation Y“ oder den „Babyboomern“ gehört? Diese beiden sind Namen bestimmter Generationen, also nach Geburtsjahren und Jahrgängen eingeteilt.

Welche Generationen es noch alles gibt, erfahrt Ihr heute in diesem Beitrag.

Eines ist aber klar und bekannt: Wir stecken mitten drin im sogenannten „Demografischen Wandel„. Und da dies ein äußerst komplexes und auch wichtiges Thema ist, werden im Laufe der nächsten Wochen weitere Teile erscheinen. Aber klären wir erst einmal den Begriff selbst:

 


Definition
Der Begriff „demographischer Wandel“ meint im Grunde die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung eines Landes. In Deutschland findet man aktuell einen Trend hin zu einer alternden Gesellschaft. Grund dafür sind die sinkenden Zahlen für Neugeborene und die steigenden Werte bezogen auf eine Bevölkerungsgruppe mit einem hohen Lebensalter. Grafisch dargestellt werden kann dies in einer Bevölkerungsurne. Zukunftsprognosen besagen, dass bis zum Jahre 2050 die deutsche Bevölkerung um 7 Millionen Menschen auf insgesamt 75 Millionen sinken wird. Die demographische Entwicklung und der fortschreitende Strukturwandel werden unsere Gesellschaft spürbar verändern. Der Druck auf die gewachsenen politischen und sozialen Strukturen steigt. 

Quelle: https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/deographischer_wandel_1765.htm

 


Diese Auswirkungen finden sich natürlich auch in den Unternehmen und dessen Altersstrukturen wieder.

Vor allem die großen Betriebe kennen den jährlichen „Wechsel“:

Azubis, Studenten, Praktikanten und Co. starten in das Berufsleben, während andere in den wohlverdienten Ruhestand übergehen. Allerdings ist dieser Wechsel derzeit alles andere als ausgeglichen. Denn die arbeitende Bevölkerung wird immer älter.

Aber bevor wir uns mit diesem Wandel mehr beschäftigen gibt es erst einmal einen Überblick über die Generationseinteilungen. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass es im Grunde nicht ganz so einfach ist, die Generationen voneinander zu trennen, wie es sich zuerst anhört. Denn Jeder entwickelt sich individuell, hat eigene Werte und Ziele, die nicht immer mit Gleichaltrigen oder der eigentlich einzuordnenden Generation übereinstimmen.

Die Einteilung in verschiedene Generationen möchte lediglich die Hauptmerkmale benennen und zusammenfassen.


Ab dem Geburtenjahrgang 1922 bis jetzt werden fünf verschiedene Generationen nach dem Zeitraum ihrer Geburt eingeteilt:

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Generationen können dabei durch Generationserlebnisse beeinflusst werden, also prägende Erlebnisse in der Kindheit oder Jugend, die einen Einfluss auf den ganzen Geburtsjahrgang haben. Beispiele hierfür sind Kriege oder Nachkriegszeiten, die die Bevölkerung stark in ihrem täglichen Handeln beeinflusst haben.

  • Die Traditionalisten, geboren zwischen 1922 und 1955, haben größtenteils das Ende des ersten Weltkriegs sowie den zweiten Weltkrieg oder die direkte Nachkriegszeit in ihrer Kindheit und Jugend miterlebt.
  • Die Babyboomer, geboren zwischen 1955 und 1969, waren die erste Nachkriegsgeneration nach dem zweiten Weltkrieg, haben das Wirtschaftswunder erlebt und gehören zum geburtenreichsten Jahrgang.
  • Die Generation X, geboren zwischen 1965 und 1980, auch Generation Golf genannt, wurde in ihrer Kindheit stark geprägt durch die Wirtschaftskrise und eine aufkommende Scheidungsrate.
  • Die Generation Y, geboren zwischen 1980 und 2000, auch Gen Y oder Millennials genannt, sind die um die Jahrhundertwende geborenen, die den Internetboom und die Globalisierung in vollen Zügen miterleben. Sie zeichnen sich im Gegensatz zu den Vorgängergenerationen durch ein hohes Bildungsniveau aus.
  • Und schließlich die Generation Z, geboren zwischen 1995 und 2010, auch Generation YouTube genannt, die die Digitalisierung des Alltags bereits komplett in ihr Leben integriert hat.

Nicht nur diese „Generationserlebnisse“ sind Unterscheidungskriterien, sondern auch bestimmte Merkmale oder auch Werte. In dieser Gegenüberstellung konzentrieren wir uns auf die Generationen, die im Arbeitsleben stehen oder stehen werden:

Zur besseren Sichtbarkeit und Übersicht einfach auf die Tabelle klicken, dann kommt Ihr zu einem zusammenfassenden PDF!


 

Aber vor allem im Hinblick auf die Zukunft im Arbeitsleben, schauen wir auch einmal auf die Generation Z (1995 – 2012):

Die heute Jugendlichen, bzw. jungen Erwachsenen, die in den nächsten Jahren in den Arbeitsmarkt eintreten oder zu den Berufseinsteigern gehören, gehören zur sogenannten Generation Z. Sie sind die Generation, die komplett mit digitalen Technologien aufgewachsen ist: Internet und Smartphone gehören zu ihrem Leben selbstverständlich dazu – auf der Arbeit wie im Privatleben. Anders als die Generationen Y differenziert die Generation Z wieder mehr zwischen Arbeit und Privatleben. Feste Abgrenzungen sowie klare Strukturen werden wieder gewollt. Den Laptop nach der Arbeit mit nach Hause zu nehmen, ist hier nicht drin. Selbstverwirklichung wird nicht mehr nur in der Arbeit gesucht, sondern vor allem in der Freizeit und in sozialen Kontakten. Bei diesen gibt es keine Abgrenzung mehr zwischen virtuell und real, sondern der Austausch mit Anhängern der selben Medien findet ununterbrochen statt. Whatsapp, Instagram, Snapchat und ab und an auch noch Facebook, sind die Schlüsselelemente und Plattformen der Kommunikation.

Das spiegelt sich auch in den Werten der Generation Z wider: Sie haben einen großen Wunsch nach freier Entfaltung, sind sich aber auch ihrer unsicheren Zukunft bewusst. Den Wohlstand ihrer Elterngeneration werden sie nicht erreichen, dafür können sie sich ungebremst und nach allen Richtungen entfalten. Das führt bei vielen auch zu einer Ratlosigkeit und einem Ausprobieren, welche Wege passen könnten.

Dadurch, dass die Generation recht neu ist und ihr Eingreifen auf dem Arbeitsmarkt erst in Ansätzen sichtbar ist, lassen sich noch keine eindeutigen Merkmale ableiten.


Die genannten vier Generationen treffen mit ihren unterschiedlichen Werten und Lebenseinstellungen gerade im Arbeitsalltag  immer mehr aufeinander. Das stellt die Unternehmen vor eine besondere  Herausforderung, kann jedoch auch eine große Chance bedeuten. Gerade in der Unternehmenskommunikation müssen gezielt die Wünsche der neuen Arbeitnehmer angesprochen werden.

Ziel sollte es sein, gemeinsam mit den unterschiedlichen Generationen Rahmenbedingungen  zu schaffen, die ein effizientes Miteinander  ermöglichen. Gerade im Hinblick auf die Generation Y, die derzeit auf den Arbeitsmarkt strömt und sich der großen Nachfrage an hochqualifizierten Nachwuchskräften durchaus bewusst ist, werden sich die Unternehmen in Zukunft einiges einfallen lassen müssen, um im Kampf um die Talente und Fachkräfte bestehen zu können.

Wie eine ideale Zusammenarbeit, ein „Voneinander-Lernen“ und gegenseitiges Verstehen der Generationen ein Unternehmen voranbringen kann, lest Ihr in den kommenden Wochen.

Ihr habt Fragen zu diesem Thema oder wollt den Demografischen Wandel als Gesundheitstag, Informationsveranstaltung oder als Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in Eurem Unternehmen platzieren? Dann schreibt uns einfach über das folgende Kontaktformular:

Ich wünsche Euch eine schöne Restwoche und sende liebe Grüße aus Hamburg,

Eure Danii