Obst oder kein Obst… Das ist hier die Frage!

Darauf gibt es eigentlich nur eine Antwort…

OBST!

Natürlich sollte Obst auf jedem Speiseplan zu finden sein!!! Es enthält sowohl Vitamine und Mineralien, als auch Ballaststoffe und meist jede Menge Flüssigkeit, die der Körper braucht! Aber auch hier gilt; Obst enthält Zucker – die sogenannte Fructose.

Aber warum ist nun ein natürliches Lebensmittel wie Obst „ungesund“ und nur in Maßen zu genießen?

Zu aller erst ist wichtig, dass Fruchtzucker nicht nur in Obst enthalten ist, sondern auch in vielen Lebensmitteln als Süßungsmittel eingesetzt wird.

Fructose ist genauso wie Glucose (Traubenzucker) ein Einfachzucker. In klassischem Tafelzucker finden wir zu gleichen Teilen Fructose und Glucose wieder. Der Zucker in vielen Obstsorten hingegen besteht aus doppelt so viel Fructose wie Glucose.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Glucose und Fructose ist die relative Süße. Fructose schmeckt 2,5 mal so süß wie Glucose und gemessen an Tafelzucker bis zu 1,7 mal süßer. Das beduetet also, dass Lebensmittel, die anteilig mehr Fructose als Glucose enthalten, mehr Süße bei weniger Kohlenhydraten liefern.

Vielleicht hat geschmackstechnisch Fructose auf unserer Zunge noch in etwa die gleiche Wirkung, aber im Verdauungstrakt sieht dies schon ganz anders aus. Dort wird Glucose nämlich sehr gut verwertet und findet über das Blut im gesamten Körper dankbare „Abnehmer“ für die gelieferte Energie. Maßgeblich daran beteiligt ist das Insulin, das den Blutzuckerspiegel kontrolliert.

Fructose wird vom Körper allerdings nicht so gut verwertet. Sie gerät direkt in den Blutstrom und kann nach aktuellem Kenntnisstand nur zu etwa 10% verwendet werden. Der Rest wandert auf direktem Weg in die Leber, denn deren Aufgabe ist die „Entgiftung“ des Körpers.

Konsumiert man also zu viel Fructose, könnte man damit seinem Körper schaden. Und das mit einem (vermeintlich) gesunden und natürlichen Lebensmittel!

Ein wichtiger Stoff für die Regulierung des Sättigungsgefühls ist das Hormon Leptin. Auch hier kann ein zu hoher Fructosekonsum Schaden anrichten, denn Fructose kann dieses Hormon hemmen.

Auch das bereits erwähnte Insulin ist im Bezug auf die Regulierung des Sättigungsgefühls äußerst wichtig. Nehmen wir Fructose zu uns, hat dies nämlich keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel.

All diese negativen Auswirkungen hat unser Körper allerdings nur, wenn wir „reine Fructose“ verzehren, die wir in vielen Fertigprodukten o.ä. finden.

Wer ganzes, frisches Obst isst, verzehrt dabei viele andere Stoffe, darunter auch Ballaststoffe, welche die Verdauung regulieren und die Problematik entschärfen. Isolierte Fructose ist daher nicht mit einem ganzen Apfel zu vergleichen.

Problematisch wird es allerdings bei Fruchtsäften, denn sie enthalten keine Ballaststoffe mehr und werden oft zusätzlich gezuckert.

 

Findet ihr also auf einem Lebensmittel in der Nährwerttabelle Angaben mit recht niedrigem Kohlenhydratgehalt, von dem dann aber recht viele Prozent Zucker sind und außerdem in der Zutatenliste noch die Bestandteile „Fructose“ oder auch so etwas wie „Fructose-Glucose-Sirup“, dann Finger weg davon und ran an die Obstabteilung. Da macht es eh viel mehr Spaß einzukaufen!

So findet ihr dort auch Früchte mit recht niedrigem Fructosegehalt wie z.B. Beeren, Zitrusfrüchte, Papaya, Kiwi, Ananas oder Melonen.

Also dann, lasst es Euch schmecken!